Tagebuch unserer Zwillinge

Am 20.07.2007 sind bei uns erstmalig Testudo hermanni boettgeri Zwillinge geschlüpft. Besonders erfreut sind wir nicht, hört man doch immer wieder von früh-, häufig noch vor- oder kurz nach- der Geburt verendeter Tiere. Häufig stirbt der kleinere Zwilling wärend der Inkubation ab wärend sich der größere Embryo weiter entwickelt. Bei der Geburt ist dann der abgestorbene Zwilling als Anhangsgebilde am Dottersack erkennbar. Sind beide Schildkröten ca. gleich groß kann alles glatt laufen. Unsere Zwillinge sind jedoch extrem leicht. Mit Gewichten von 2 und 3 Gramm sehe ich der Entwicklung beider skeptisch entgegen. Unsere anderen Griechen sind mit 10-22 Gramm geschlüpft. Das Zwillingsei hatte im übrigen die gleiche Größe wie die Geschwistereier der "Einzeltiere". 

 

19.07.2007 Die Köpfe beider haben die Eischale am gleichen Tag durchstoßen.

20.07.2007 Nach den Schlupf sind beide noch über Tage mit dem Nabel verbunden. 

 

 

20.07.2007 Beide, aber vornehmlich größeres Tier,  weisen Schilderannomalien  auf. Alle anderen in diesem Jahr geschlüpften Schildkröten nicht. Das kleinere Tier ist in seinem Habitus regelrecht nach links gebogen und weist eine Fehlstellung des Kopfes auf.Sie kann ihn nicht nach vorne geschweige denn nach rechts bewegen.

Wir haben die beiden bei ca. 28 bis 30°C in einen anderen Inkubator dunkel mit feuchten Haushaltsrollenpapier als Unterlage gesetzt und hoffen das der Rest-Dottersack resorbiert wird und die beiden sich trennen können.



 

24.07.2007 Nachdem die Tiere einige Tage nach dem Schlupf  immer noch "zusammengenabelt" waren, habe ich sie nach Absprache mit einer Schildkrötenerfahrenen Tierärztin getrennt. 

 

24.07.2007 Der kleinere von beiden ist sehr häufig baden und trinkt unwahrscheinlich viel.

 

24.07.07 Am selben Tag ist neben unseren Zwillingen auch die dritte hier auf dem Bild dargestellte T.hermanni boettgeri geschlüpft. Diese wog bei der Geburt 22g und ist somit die schwerste Testudo hermanni boettgeri die jemals bei uns geschlüpft ist. Sie stammt natürlich aus einem anderen Gelege, in dem die Geschwister mit 18 bis 20g auch recht schwer waren.

 

27.07.2007 Auch eine Woche nach ihrer Geburt haben beide noch nicht gefressen. Bei dem kleineren Tier ist die ehemalige Nabelverbindung  zum größeren Tier noch recht deutlich(ca.7mm) zu sehen. Es ist nicht zu erkennen ob es sich um Dottersackreste oder andersweitige Verbindungen (wie evt. außen liegende Organe) handelt. Das größere der Tiere, sonnt sich und zieht sich abends in feuchte Verstecke zurück. Die kleinere bleibt zumeist dort sitzen wo man sie hinsetzt. Die beiden werden z.Z. auf t.w. feuchten Küchenpapier gehalten. Der kleineren gebe ich weiterhin keine all zu große Überlebenschance da sie, trotz häufigen badens, sehr ausgetrocknet aussieht, die Augen häufig geschlossen hat und auf Berührungen fast nicht reagiert.

28.07.2007 Yippiee, der "Große Zwilling" hat Heute erstmals gefressen. Es waren Blüten und deren Hüllblätter einer Gänsedistel.

29.07.2007 Der "Kleine" hat die Augen permanent geschlossen und reagiert kaum noch auf Berührung. Er sieht eingefallen aus. Ich setze ihn ab und zu ins Wasser. Die nächste Nacht wird er wohl nicht überstehen. :-(

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