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Spornschildkröte [Centrochelys sulcata (Miller, 1779)]

Centrochelys (Geochelone) sulcata, auch als Sporn- oder Sporenschildkröte bezeichnet ist nach der Aldabra- und Galapagosschildkröte die größte Landschildkrötenart der Erde. Die Bezeichnung "sulcata" leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeudet, gefurcht. Wirft man einen Blick auf die Schilder der Tiere wird klar das die Struktur dieser in verschiedenen Ländern Namensgebend war.  Die deutsche Bezeichnung "Sporn" hingegen bezieht sich auf die spornartigen Schuppen an den Oberschenkeln der hinteren Gliedmaßen.
Männliche Exemblare von Centrochelys sulcata können im Extremfall bis zu  ca. 85cm Panzerlänge und ein Gewicht von bis zu ca. 100kg erreichen. In menschlicher Obhut soll es gar ein Tier mit 120kg Gewicht gegeben haben (Vetter H. 2005). Weibchen bleiben, mit ca. 50kg, kleiner und leichter als Männchen, welche im Schnitt ca.70kg erreichen.

 

Synonomie

Testudo sulcata MILLER, 1779

Testudo calcarata SCHNEIDER, 1784

Chersine calcarata MERREM, 1820

Testudo radiata var. senegalensis GRAY, 1831

Geochelone sulcata FITZINGER, 1835

Geochelone senegalensis FITZINGER, 1855

Peltastes sulcatus GRAY, 1869

Centrochelys sulcatus GRAY, 1873

Centrochelys sulcata GERLACH, 2001

Geochelone sulcata senegalensis BALLASINA, VANDEPITTE, MOCHI, FENWICK  (nomen nudum), 2006

Geochelone sulcata sudanensis BALLASINA, VANDEPITTE, MOCHI, FENWICK, 2006

 

Centrochelys sulcata wird von einigen Autoren in die Gattung Geochelone gestellt. Diese umfaßte bis vor wenigen Jahren noch bis zu 10 Arten welche ihr Verbreitungsgebiet in Asien, Afrika und Südamerika haben. Nach Ergebnissen neuerer molekulargenetischer Untersuchungen sind die meisten Arten in andere Gattungen eingegliedert wurden. FRITZ und HAVAS 2007 stellen nur noch Geochelone sulcata neben Geochelone elegans (Sternschildkröte) und Geochelone platynota (Burma-Landschildkröte), 2 kleiner bleibende asiatische Arten, in die Gattung Geochelone und verweisen Centrochelys sulcata in die Synonomie.

 

Gehege im Hochsommer Sulcatas sind sehr bewegungsfreudig..... ..... und kennen keine Hinternisse

 

 

Unterarten

Momentan sind keine Unterarten gültig beschrieben. Literaturberichten zufolge können jedoch 2 Formen der Spornschildkröte unterschieden werden. Die morphologischen Unterschiede sind wohl aber eher gering. Die östliche Form soll hellere- und auch größere Tiere hervorbringen. Die unterschiedliche Färbung ist eine Anpassung an das Habitat. Auch genetische Untersuchungen durch das italienische Centro CARAPAX in Kooperation mit der Universität Amsterdam zeigen Unterschiede zwischen Tieren aus dem Westen und dem Osten. Zu bedenken ist noch das Spornschildkröten durch den Menschen seit Jahrhunderten in alle Richtungen verschleppt und auch ausgesetzt wurden, so daß es sicherlich auch einige Mischpopulationen gibt.

 

 

Hier noch ein paar Gedanken zu einer möglichen Beschreibung von Unterarten:

Vorangestellt sei zunächst erst einmal das kein Holotyp der Spornschildkröte (Typusexemplar) mehr existiert. Paratypen, aus denen man einen Lectotyp beschreiben könnte gibt es auch nicht. Um Unterarten beschreiben zu können muß aber ein definiertes Typexemblar mit genauer Herkunft vorhanden sein. Dies ist m.E. nur dadurch zu lösen das ein Neotypus festgelegt wird. Stammt dieser aus dem Osten, könnte die westliche Form als Centrochelys sulcata senegalensis beschrieben werden, stammt er aus dem Westen, so müßte ein neuer Name für die östliche Form bestimmt werden. Der von BALLASINA @ all eingesetzte Name Geochelone sulcata sudanensis besitzt mangels formeller wissenschaftlicher Beschreibung keinen Status (nomen nudum). Bei vorhandensein von Unterarten würden Tiere die dem Typexemplar zugeordnet werden können natürlich die Bezeichnung Centrochelys sulcata sulcata  erhalten.

 

  

 

Aussehen

 

 

der Kopf ist mit mehr oder weniger großen Schuppen besetzt

die aus abgestorbenen Zellen bestehende Hornschicht der Haut wird während des Wachstums abgestoßen - die Schildkröte "schält" sich sozusagen

die Farbe von Kopf und Hals ist sandfarben (gelbbräunlich), die Kiefer etwas dunkler

die Augen sind braun und klar - gelegentlich scheinen Spornschildkröten zu "weinen" - diese Flüssigkeitsausscheidung dient dazu auf den Augen anhaftende Substrate wie Sand, Erde, Lehm aus den Augen zu spülen 

der Kopf weist, von oben gesehen, eine dreieckige Form auf

er ist mit starken Schuppenplatten besetzt

da Spornschildkröten Halsberger sind können sie den Kopf komplett einziehen wobei die Haut des Halses über Diesen gestülpt wird

der Carapax (Rückenpanzer) von Spornschildkröten ähnelt einer Holzschnitzerei

nach dem Schlupf ist er sehr hell und wirkt wie Marzipan - in den ersten Lebensjahren durch das relativ schnelle Wachstum, insbesondere durch die dunklen Anwachsstreifen, recht dunkel und - adulte Sulcatas haben i.d.R. einen sandfarbenen Carapax

er  besitzt in der Regel 5 Vertebralia (Zentralschilder/Wirbelschilder), 2X4 Pleuralia (Seitenschilder), 2X11Marginalia (Randschilder), 1 Supracaudale (Schwanzschild) ungeteilt und kein Cervicale (Nackenschild) - Abweichende Panzeranomalien kommen vor

Typisch sind die tiefen Furchen ( Namensgebend, sulcata = gefurcht ) um die Areolen (hier Pleuralia-Schild vorn links) und die dunklen Anwachsstreifen

Die Wachstumsstreifen variieren in der Breite je nach Wachstumsgeschwindigkeit des Tieres. In ihrer Heimat sind bedingt durch ein Verstärktes Wachstum der Tiere in der Regenzeit häufig nach einigen schmalen- dann ein breiter Wachstumsstreifen usw. vorhanden.

vorne links sieht man die bei Männchen besonders hoch aufgebogenen vorderen Marginalia-Schilder

der Panzer ist relativ flach, insbesondere die  vorderen und hinteren Marginalia sind aufgebogen, die seitlichen Marginalia fallen steil ab, das dritte und vierte Vertebralia ist häufig leicht "eingesunken"

Das Plastron (Bauchpanzer) besteht aus 2 Gularia (Kehlschilder), 2 Humeralia (Armschilder, vordere Beinschilder), 2 Pectoralia (Brustschilder), 2 Abdominalia (Bauchschilder), 2 Femoralia (Schenkelschilder, hintere Beinschilder), 2 Analia (Afterschilder)

bei adulten männlichen Tieren ist das Plastron kongav, im Bereich der Bauchschilder und Schenkelschilder nach innen gewölbt  

die Form der Vorderbeine ist im oberen Drittel oval, in den unteren zwei Dritteln sind sie sehr breit und abgeflacht - diese "Schaufelform" ermöglicht ein effektives graben von Höhlen

die Vorderbeine sind mit sehr großen, spitzen, dreieckigen Schuppen besetzt welche zum Schutz vor Feinden dienen 

 

die Hinterbeine sind zylinderförmig wobei der untere Teil eine Verdickung aufweist - dieser ist auch mit starken, spitzen Höckerschuppen besetzt - wenn sich das Tier einzieht ist nur noch der beschuppte untere Teil der Beine und  die Sporen sichtbar

das Supracaudalschild ist nach Innen gebogen und verdeckt den Schwanz

Namensgebend für die deutsche Bezeichnung der Sulcatas, die 2 bis 3 Sporne oberhalb der Oberschenkel der Hinterbeine

 

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